Schariaklatschen

 

 

 

 
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Rezension

Ruhrnachrichten 30.09.2013,
Max Florian Kühlem

"Wirkungsvoll einfach"
In ihrer Einfachheit äußerst wirkungsvoll war ... die Arbeit von Günfer Cölgecen vom Kollektiv Freie Radikale. Sie beschäftigte sich, in Burka gekleidet, mit verschiedenen Koran-Auslegungen: In einer wird der Mann aufgefordert, seine Frau zu schlagen, in der anderen soll er sich mit ihr beratschlagen. ..."

Eine Performance der Gruppe Freie Radikale von Günfer Cölgecen
Eine in eine Burka gekleidete Frau sitzt an einem Ort der Verzweigung, in diesem Fall - im Freien Kunst Territorium Bochum: in einem Baum; sie klatscht mit den Händen rhythmisch den Koran Text in seinen verschiedenen Übersetzungen und Auslegungen der Sure 4:34. Der Koran ist eine von mehreren Quellen, auf die sich die Scharia - islamisches Recht - stützt.   Die Auslegungen der Koran Texte sind unterschiedlich und kritische Stimmen sagen, dass sie durch eine Gesellschaft geprägt ist, die die Bevorzugung von Männern unterstützt. Der Koran sei nicht frauenfeindlich, die partriachale Deutung aber schon. Feministische Moslems sagen: Fuck die patriarchale Scharia!  
Das Händeklatschen wird als polyphoner Klatsch-Klang über Lautsprecher in den Zuschauerraum abgespielt. Es spiegelt die Vielstimmigkeit der Auslegungen wieder, ist Musik und symbolisiert die Misshandlung der Frauen.     

Aufführungsdaten:
Uraufführung am 29.09.2013 im Rahmen des Masala Festivals 2013 im FKT Bochum
weitere Aufführungen:
„inverscity“ Festival, Oberhausen 2013
„Lokal Harmonie“, Duisburg 2013
"Ruhr International" Festival, Jahrhunderthalle Bochum 2014

 
 
 
Team:
Konzept und Performance: Günfer Cölgecen
Technik/Sound/Musik: Michael Pattmann